Michael Bruchhage, Abgeordneter im Kongress für Immobilienwirtschaft, im Gespräch

Michael Bruchhage ist Abgeordneter im Kongress für Immobilienwirtschaft und Geschäftsführer von Bruchhage Immobilien. Im Gespräch mit immobilien-suedwestfalen.de gibt der Makler aus dem Märkischen Kreis Einblicke in die Arbeit des bfvi (Bundesverband für die Immobilienwirtschaft), in den Beruf des Maklers sowie einen Überblick über die Entwicklung des regionalen Immobilienmarktes.

Herr Bruchhage, Sie sind nicht nur Makler, sondern seit 2015 Abgeordneter im Kongress für Immobilienwirtschaft. Was zeichnet die Arbeit des bvfi aus und was sind seine Aufgaben?

Der BVFI ist ein moderner Verband, der die Branchenteilnehmer auf sehr direkte Art und Weise miteinander vernetzt und seine Mitglieder sehr stark in die tägliche Arbeit integriert. So ist auch der Bundeskongress für die Immobilienwirtschaft entstanden, indem ich als BVFI-Mitglied und als Abgeordneter direkt auf Verbandsarbeit oder eben auch auf politische Veränderungen für unser Berufsbild Einfluss nehmen kann. Gerade die Qualifizierung und fachliche Ausbildung unseres Berufsstandes bildet dabei einen erheblichen Schwerpunkt.

Welche Veränderungen wünschen Sie sich für den Immobilienmarkt, zu denen die Arbeit des bvfi beitragen kann? Was stört Sie an der derzeitigen Lage?

Ein hauptsächliches Problem in der Immobilienwirtschaft ist der absolut ungeregelte Zugang zu unserem Markt. Das bedeutet, dass sich jeder auch noch so unqualifizierte, einfach ein goldenes Schild an die Tür hängen kann, indem er sich als Immobilienmakler, Gutachter oder auch Immobilien-Verwalter bezeichnen kann. Dies hat der gesamten Branche in den letzten Jahrzehnten einen sehr negativen Anstrich gegeben. Daher ist es eins unserer dringendsten Ziele, endlich eine geregelte Berufszulassung mit entsprechendem Sachkundenachweis zu verlangen und diese auf gesetzlichem Wege einführen zu lassen. Leider haben sich Politiker diesem Schritt in den letzten Jahrzehnten immer wieder verweigert. Allerdings scheint jetzt Bewegung in die Sache zu kommen. Daran ist der bvfi sicher nicht ganz unschuldig.

Herr Bruchhage, Sie sind seit Jahren als Makler im Märkischen Kreis tätig und somit Experte in Sachen Immobilien im Sauerland. Wie hat sich der Beruf des Maklers seit dem Beginn Ihrer Tätigkeit bis heute verändert?

Gravierend. In den 80er Jahren konnte ein beginnender Makler sich Fachwissen anlesen, quasi „learning by doing“. Das ist heute absolut unmöglich. Dafür sind die Anforderungen an einen Makler enorm gestiegen. Nicht zuletzt auch durch die moderne Technik und die zunehmende Digitalisierung. Aber auch die Veränderung unserer Gesellschaft trägt ihr Übriges dazu bei. Der moderne Makler vereint unzählige Fähigkeiten in sich. Er verfügt über umfassende Immobilienkenntnisse, ist ein Marketingexperte, kennt sich im Online-Markt aus, ist zeitgleich ein guter Verkäufer, besitzt das erforderliche Verhandlungsgeschick und weiß auch schwierige Situationen zu meistern. Dazu sollte er fundierte Grundkenntnisse im Rechts – und Steuerwesen seines Arbeitsgebietes vorweisen.

Hat sich der regionale Immobilienmarkt ebenfalls verändert? Welche Gemeinden bzw. Städte im Märkischen Kreis sind momentan am gefragtesten und warum?

Kein Markt weist Stillstand auf. Märkte sind immer in Bewegung. Es gibt mal mehr mal weniger Nachfrage. Dies gilt auch für unsere Region. Es sind nicht generell bestimmte Städte und Gemeinden nachgefragt, sondern eher angesagte Stadtteile. Die tendenziell größte Nachfrage findet sich in Lüdenscheid und Iserlohn, aber auch kleinere Städte und Gemeinden wie z.B. Halver, Herscheid und Wiblingwerde haben ihre Fans. Wichtig ist für die Käufer eine gute Infrastruktur mit akzeptablen Einkaufsmöglichkeiten, passenden Verkehrsanbindungen und schönen Lagen. Nach einer Zeit, in der alle am liebsten im Stadtzentrum wohnen wollten, beobachte ich mittlerweile auch wieder die Bereitschaft, etwas rauszuziehen. Es dürfte der Wunsch der Menschen nach Ruhe in hektischen Zeiten sein.

Welche Prognose lässt sich bezüglich der Entwicklung des regionalen Immobilienmarkts in den kommenden Jahren stellen?

Das ist sehr schwierig zu beantworten. Es ist von sehr vielen Faktoren abhängig. Derzeit unternimmt die Politik vieles, um den Immobilienmarkt abzuwürgen. Stellvertretend hierfür seien die drastischen Grunderwerbssteuererhöhungen der Vergangenheit genannt. Oder die Verschärfung der Kreditvergaberichtlinien, die es speziell jungen Familien oder auch Älteren erschwert, Immobilieneigentum zu erwerben. Aber auch kommunale Abgaben spielen neben dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle. Hinzu kommt die Attraktivität der Städte und Gemeinden.  Einzelne Standorte im Kreis werden hinzugewinnen, andere werden es sehr schwer haben.

Noch eine persönliche Frage zum Schluss: was zeichnet für Sie das Leben im Sauerland aus?

Nun, ich bin hier geboren und jeder hat eine besondere Beziehung zu seiner Heimat. Mir persönlich gefallen die unterschiedlichen Landschaften. Hier sehr eng und bergig, dort sehr großzügig und eben. Hinzu kommen zahlreiche Talsperren für beliebte Freizeitaktivitäten. Auch die gute Verkehrsanbindung mit Autobahnen ist ein Pluspunkt. Innerhalb kürzester Zeit sind Großstädte wie Köln, Düsseldorf oder das Ruhrgebiet erreicht. Hinzu kommen viele gute bodenständige Arbeitgeber, die den Menschen sichere Arbeitsplätze bieten. Das zusammen ist doch sehr gut, woll?


Zu den Immobilienangeboten von Michael Bruchhage geht es hier entlang.



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